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Urban Mining

 

Elektronische Produkte enthalten im Vergleich zu aus dem Boden gewonnenen Erze die 40- bis 50-fache Menge an Gold und Edelmetallen. Der Unterschied besteht derzeit darin, dass wir das eine mühsam ausgraben und das andere in vielen Fällen begraben oder verwerfen. Selbst als sich die Kosten für Gold in den letzten zehn Jahren vervierfachten, waren die meisten entwickelten oder sich entwickelnden Länder nur langsam in der Lage, mit Urban Mining Gewinne zu erzielen.

Abfall und Sekundärrohstoffe

Wie viel könnte dieses El (elektronische) -Dorado der Sekundärrohstoffe wert sein? Robuste Daten zur Edelmetallmenge für die Elektronikfertigung zu sammeln, ist die erste Herausforderung bei einer dahingehenden Analyse, sagt etwa Rüdiger Kuehr - ein Politologe, der sich vor über einem Jahrzehnt mit den Themen Technologietransfer und Umweltpolitik auseinandergesetzt hat und deshalb zu einem Mitbegründer der Initiative "E-Waste Problem lösen" (StEP) wurde, einer Partnerschaft zwischen den Vereinten Nationen und akademischen sowie wirtschaftlichen Organisationen. Diese stellte fest, dass die jährliche Produktion von elektronischen Waren weltweit 320 Tonnen Gold und mehr als 7.500 Tonnen Silber mit einem Gesamtwert von 21 Milliarden Dollar erforderte. Gegenwärtig werden durch Urban Mining nur etwa 15 Prozent aus dem entstehenden Abfall als Sekundärrohstoffe wiedergewonnen.

Sekundärrohstoffe aus Abfall sind profitabler Umweltschutz

Kuehr und seine Kollegen sahen darin ein Problem, das es zu lösen galt, nicht zuletzt, weil die weltweite Nachfrage nach elektronischen Gütern rapide zunimmt. Und mit wachsender Innovation und immer kürzer werdenden Produktzyklen entsteht eine enorme Menge an hochentwickeltem Abfall, aus dem sich viele Sekundärrohstoffe gewinnen lassen. Aber anstatt sich über das Ausmaß des Umweltproblems Sorgen zu machen und die Regierung zu veranlassen, etwas zu tun oder die Industrie etwas zu tun, glaubte die Initiative, dass der freie Markt und die Regierung zusammenarbeiten müssten, um Urban Mining umweltverträglich und wirtschaftlich profitabel zu machen. "Wir wollten, dass beide Perspektiven zusammenarbeiten, um ihre unterschiedlichen Interessen und Zielsetzungen in Einklang zu bringen", sagte Federico Magalini, Professor für Technik und Projektleiter der e-Waste Academy in Ghana. Die Wahl Ghana für die erste e-Waste Akademie wurde sowohl von den potenziellen Möglichkeiten zur Schaffung smarter Arbeitsplätze in den Entwicklungsländern, als auch der Tatsache, dass der ökologische Fußabdruck von elektronischen Waren durch Hinterhof-Recycling, grobe Recyclingprozesse und kriminelle Unternehmen in diesem Gebiet besonders nachteilig beeinflusst wurde.

Urban Mining kann für viele Sekundärrohstoffe attraktiv sein

Urban Mining ist nicht nur ein Konzept, dessen Zeit bei der Gewinnung von Gold und dem verantwortungsbewussten Umgang mit Abfall nun gekommen ist - Der Einsatz von Lithium hat im vergangenen Jahrzehnt ebenfalls stark zugenommen und der Lithium-Ionen-Batteriemarkt wird 2020 voraussichtlich über 45 Milliarden Dollar wert sein, dementsprechend steigt auch das Interesse für Sekundärrohstoffe. Wie der CEO von Green Technology Solutions Paul Watson einmal anmerkte, wird die Lieferung von ausrangiertem Lithium auch dann noch zunehmen, wenn die Kosten für den Abbau steigen. Trotz der jüngsten Rückgänge bei den Edelmetall-Rohstoffpreisen aufgrund von Produktionsrückgängen werden sich die langfristigen Trends - und die potenzielle Nachfrage nach neueren elektronischen Technologien (bessere Solarzellen, Bildschirme mit höherer Auflösung, Nachfrage nach mobilen Geräten) - kaum verflachen.

Auffallend ist jedoch, dass die Initiative für Urban Mining mit der United Nations University (UNU) - ihrer Denkfabrik für globale Problemlösungen - begonnen hat und dass die StEP-Initiative die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaftsverbänden gleich von Beginn an verstanden hat. Das klingt aus der wirtschaftlichen Perspektive zwar nachvollziehbar, aber viele Akademiker fürchten politische Risiken, wenn sie die Industrie auffordern, Partner bei der Lösung eines Umweltproblems (Abfall) zu sein, für dessen Schaffung sie maßgeblich verantwortlich war. Es gibt viele gesellschaftliche Probleme, bei denen die akademische und aktivistische Standardposition darin besteht, die Industrie als einen Feind zu betrachten, der nur legislativ besiegt werden kann und muss.